Auszeichnungspflicht von Bienenständen

Bienengesundheit im Saarland
Auszeichnungspflicht von Bienenständen

Zuerst
:
Jegliche Honigbienenhaltung ist dem Veterinäramt nach Paragraph 1 a der
Bienenseuchenverordnung
ordentlich anzumelden (Formular im Homepage Downloadbereich
Landesverband der Saarländischen Imker e.V. – LSI – www.saarlandimker.de ). Man erhält in
Folge dieser Anmeldung eine Verwaltungsnummer (HIT-Nummer) des Ministeriums für Umwelt
und Verbraucherschutz.

Auszeichnung:
Bienenstände, die nicht auf dem eigenen, dem Veterinäramt als Bienenstand gemeldeten
Grundstück stehen, sind nicht automatisch einer Namens-Strassen-Hausnummer-
Postleitzahladresse zuzuordnen. Sie müssen ausgezeichnet sein. Dies gilt auch für amtlich
gemeldete Bienenstände, die eine Dauereinrichtung sind, unter Umständen auch umzäunt sind,
aber keine Hauszuordnung haben (Streuobstwiesen, Schrebergärten, freie Wiesengrundstücke,
etc.).

Auszeichnungsdaten sind:
- Name der Bienenhalterin / des Bienenhalters
- Vollständige Adresse der Bienenhalterin / des Bienenhalters
- Amtliche Registriernummer (HIT)
- Anzahl der Bienenvölker und Dauer der Stellzeit, wenn es sich um einen Wanderstand
handelt.

Transparenz auf freiwilliger Basis, die viel Ärger vermeiden kann:
Für Wanderstände IMMER gut eine einlaminierte Kopie der Wanderbescheinigung.
Für alle Stände IMMER gut: Eine weit sichtbare Notfalltelefonnummer, unter der man erreichbar
ist – ist Bienenhalter/in nicht gleich Imker/in, macht die Telefonnummer der/des betreuenden
Imkerin/Imkers Sinn!

Anbringung der Daten:
Anzubringen sind die Daten an einer aus Entfernung gut sichtbaren Stelle in ausreichender
Größe (bei umzäunten Grundstücken in der Wiese z.B. also am Zaun und sicherheitshalber
auch an einem der Bienenstöcke).

Für Wanderstände gilt:
Wandert man nicht auf eigene Grundstücke, die dem Veterinäramt als Bienenstand
gemeldet sind,

1. wird eine kostenpflichtige (10 Euro Stand 2015)
Wanderbescheinigung“ [Amtstierärztliche Bescheinigung gemäß §5(1)
Bienenseuchenverordnung] notwendig,
unabhängig von der Wanderentfernung zum
gemeldeten Mutterbienenstand. Dies erfordert den Besuch einer/eines
Bienensachverständigen des Landesverbandes der Saarländischen Imker e.V. (LSI)
oder eines Amtsveterinärs an den Bienen. Die Fachperson nimmt eine Sichtkontrolle der
Völker in Waben- und Stockgesundheit vor. Besonderes Augenmerk wird auf Anzeichen
der meldepflichtigen Amerikanischen Faulbrut, des kleinen Beutenkäfers und der
Tropilälapsmilbe (ebenfalls beide meldepflichtig) gelegt. Nur Völker, die frei davon sind,
dürfen wandern, sofern sie nicht in einem bestehenden Seuchensperrbezirk beheimatet
sind. AKTUELLE Formulare für die Beantragung einer Wanderbescheinigung beim
Veterinäramt SB finden Sie im LSI Downloadbereich! Erst wenn die
„Wanderbescheinigung“ vom Amt geschickt worden ist, kann gewandert werden!!!

2. Muss der Grundstückseigner (egal ob private oder öffentliche Hand) um Erlaubnis für
das Aufstellen
von Bienenständen gebeten werden. Dies tut man am besten schriftlich.

3. Wandert man aus den deutschen Grenzen hinaus, bedarf es einer gesonderten
kostenpflichtigen (11 Euro Stand 2015) „Wandererlaubnis“ TRACES. Diese wird wie
die Wanderbescheinigung für Innerdeutschland beim Veterinäramt SB durch den
Bienensachverständigen beantragt. Auch hier gilt: Erst wenn das amtliche Formular
„Wandererlaubnis“ nach der Beantragung vorliegt, kann gewandert werden. Die
Erstellung der „Wanderbescheinigung“ obliegt allein dem Veterinäramt!

Nicht ausgezeichnete Bienenstände werden dem Veterinäramt gemeldet und es kann zu einer
Verfahrensstrafe kommen. Es macht also auch Sinn, vor dem Wandern dem ansässigen
Imkerverein oder Kreisverband die Anwanderung mitzuteilen, um Missverständnisse zu
vermeiden.

Dr. Susanne Meuser, Landesverband der Saarländischen Imker e.V., Fachbereich
Bienengesundheit im Februar 2016